Meine Erfahrungen mit NetCologne [Update 1+2]

Vorwort: Ich war immer gerne Kunde bei NetCologne. Seit meinem Umzug ist NetCologne jedoch an meiner neuen Adresse nicht mehr versorgungsberechtigt.

Also habe ich auf Empfehlung des telefonischen Kundenservice von meinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht und den anteiligen Monat zurückgefordert. Dennoch hat NetCologne, obwohl die vertragliche Leistung nicht mehr erbracht werden kann, Gebühren für weitere 3 1/2 Monate von meinem Konto abgezogen. Nach etlichen Schreiben und Telefonaten ist der Fall momentan seit knapp drei Wochen in der Bearbeitung. Ich habe Ihnen bis Mittwoch eine Frist gesetzt, die Abbuchung rückgängig zu machen. Danach werde ich einen befreundeten Anwalt einschalten. Heute erhielt ich einen Brief, und sage und schreibe wagt es NetCologne bei dem vorliegenden Sachverhalt, mir erstmals seit meiner gesamten Vertragslaufzeit eine Rechnung postalisch zuzustellen. Ich habe ehrlich gesagt mit der Bestätigung der Rückzahlung gerechnet... Fazit: Ich werde mehrmals pro Jahr gefragt, ob ich einen Anbieter empfehlen kann. Eine Empfehlung für NetCologne werde ich nun nicht mehr aussprechen. Weiterhin werde ich meinen Eltern einen Wechsel zu einem anderen Anbieter nahe legen. Ich hätte mir durchaus vorstellen können, nach einem erneutem Umzug zu NetCologne zurückzukehren (siehe Vorwort). Nach diesem Theater und dieser Uneinsichtigkeit jedoch bestimmt nicht mehr. Schade!

PS: Trotz anfänglich zugesicherter Leistungserbringung nach meinem Umzug (Formular wurde bereits Wochen zuvor an NetCologne gesandt) wurde mir die Information, das die Leistung nicht mehr erbracht werden kann, erst nach meinem Umzug nach mehreren Anfragen meinerseits mitgeteilt. Ich konnte somit einige Zeit lang kein Internet, usw. nutzen, da ich mir spontan einen neuen Anbieter suchen musste, der natürlich auch eine Bereitstellungszeit benötigt. Auch hier war der Service und Kommunikation seitens NetCologne widersprüchlich und schlecht!

Update 1: Mittlerweile hat sich NetCologne bei mir gemeldet und wir stehen kurz vor einer Einigung. Weitere Infos folgen...

Update 2: So, ich bekomme das Geld nun erstattet und meine Eltern einen günstigeren Tarif mit mehr Leistung! NetCologne hat sich dann doch noch richtig ins Zeug gelegt...

Caschy's Blog Stadt-Bremerhaven wird 6 Jahre alt

Es gab eine Zeit, in der Social Networks in der jetzigen Form in Deutschland noch relativ unbekannt waren. Selbst in den USA waren parktische Dienste, wie zum Beispiel Twitter noch nicht geboren. Mark Zuckerberg werkelte noch in Harvard an "The Facebook" rum. Der Zeitpunkt, von dem ich spreche, ist gerade einmal 6 Jahre her. Für das schnelllebige Internet ist das eine wahnsinnig lange Zeitspanne, in der sich so viel verändert hat.

Etwas anderes ist damals aber noch entstanden: Carsten Knobloch aka Caschy gründete das Blog "Stadt-Bremerhaven". Der Name des Blogs sagt wenig über den Inhalt aus. Wenn ich es recht in Erinnerung habe, bin ich ursprünglich auf Caschy's Blog gestoßen, weil dort immer die aktuellesten Version von Firefox und Thunderbird in einer mobilen Version für den USB Stick angeboten wurden. Aber auch für Infos zu Gadgets, Software und den Dingen, die den "klassischen" Internetbürger interessieren, ist der Blog eine prima Adresse.

Also Caschy, Herzlichen Glückwunsch zu "deinem" Geburtstag :)

PS: Zum Anlass des Bloggeburtstages gibt es auf stadt-bremerhaven.de" jede Menge Gadgets zu gewinnen: http://stadt-bremerhaven.de/die-6-jahre-ich-rock-es-raus-verlosung

Und genau das ist der Grund, warum ich nicht mehr bei der Piratenpartei aktiv bin...

Kurz nach der Europawahl 2009 bin ich in die Piratenpartei NRW eingetreten. Ich habe mich in Köln sehr stark bei der Bundestagswahl engagiert, bin bei der Landtagswahl NRW 2010 selber als Direktkandidat im Wahlkreis Köln VI angetreten, habe versucht ein vernünftiges Wahlkampfportal in NRW zu etablieren und natürlich kräftig im Kölner Wahlkampf mitgemischt. Seit Juni 2010 habe ich mich aus der aktiven Parteiarbeit zurückgezogen und besuche auch keine Landesparteitage, geschweige denn Stammtische mehr. Insgesamt habe ich mit Sicherheit mind. 500 Stunden Arbeitszeit in die Piratenpartei investiert. Und warum ich das nicht mehr mache? Dazu eine Auflistung:

- keine vernünftige inhaltliche Ausrichtung
- zu bunter Haufen mit zu vielen komplett verschiedenen Ansätzen
- keine Evolution der Themen
- keine Professionalität in der Organisation
- keine starke Außendarstellung
- fehlende Strukturen
- zu viele "Anti-Alles-Menschen"
- generell ist alles böse
- positive Haltung zum Thema bedingungsloses Grundeinkommen
- Kleinkariertheit
- ineffizient
- sinnloser Machtkampf
- ... 

Der Ansatz der Basisdemokratie nach dem bottom-up Prinzip und der gesichterlose Wahlkampf sind zwar nett, doch wenn das dazu führt, dass niemand eine Ausrichtung der Partei festlegen kann bzw. keiner als ernsthafter und charismatischer Ansprechpartner für die Öffentlichkeit / Medien dient, ist das Konzept gescheitert.

Und bei folgender Rundmail frage ich mich, ob dies einer Partei gerecht wird, die einen ernsthaften Anspruch haben sollte. 

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"Liebe Mitglieder, die aufgrund evolutionärer Zufälle in der Lage seid, eine Tastatur zu bedienen und einen Bildschirm anzustarren,


auch heute beehren wir euch wieder mit einer E-Mail. Freut euch, ihr gehört zu den wenigen Auserwählten* die in den Genuss dieses Schreibens kommen.
Auf uns wartet ein Landesparteitag. Deshalb möchten wir vor dem Wochenende kurz alle wichtigen Informationen über die Liste jagen.


* Anfahrt *
Die Wegbeschreibung findet ihr im Wiki: http://wiki.piratenpartei.de/NRW:Landesparteitag_2010.3#Anreise. Explizit für Jens Seipenbusch haben wir eine dateilierte Wegbeschreibung angehängt. Diese ging leider beim Absenden der E-Mail verloren. Es ist also damit zu rechnen, dass er blind durch einen Wald torkelt oder sowas. Taucht er trotzdem auf gibts eine Tüte Popcorn ähhhhh "Ochse am Spieß" für jeden. Oder für alle zusammen. Oder sowas. Genau gesagt kriegt ihr gar nichts, das steht aber nur im Kleingedruckten. Lalala Ällabätsch :P


ACHTUNG: Die Deutsche Bahn hat angekündigt, den Bahnhof "Kleinbroich" unter die Erde zu legen. Der Bahnhof wird in der Streckenplanung bereits mit "Tiefbahnhof" bzw. "Kleinbroich (Tief)" bezeichnet. Berücksichtigt dies bitte bei der Eingabe am Fahrkartenautomaten!


* Kostümpflicht *
Wie jedes Jahr, insbesondere jetzt kurz vor Halogen äh Halloween, erwarten wir natürlich ein angemessenes Kostüm. Wer sich nicht kostümiert, wird vor Ort mit der berühmten "Makeup Flinte" von Homer Simpson "bearbeitet". Wir freuen uns auf viele kostümierte Piraten, Trolle und sonstiges Gesindel, welches sich gerne auch in diesem Zustand für ein "Face against ACTA" Foto bereitstellen darf. (Seht es als "Beta test" für die Halloween-Party in Wuppertal)


* Versamlungsablauf *
Bitte achtet auf strikte Einhaltung des Versamlungsablaufs. Wir haben euch hierfür ein Video vorbereitet, welches euch auf den Landesparteitag vorbereiten soll. Bitte haltet euch genauestens an den beschreibenen Ablauf: http://www.youtube.com/watch?v=0qFDYbBom2k


*Versorgung der LMV*


Wie bei jeder LMV brauchen wir eins:
- Küchensklaven
- Backbleche
- Einen elektrischen Drehteller für #LMVBlume


Wir haben gehört, es soll da noch ein paar in freier Wildbahn lebende Küchensklaven geben. Eure Aufgabe ist es, diese einzufangen und dazu zu bringen, für euch zu kochen. Bei eurem Charme - als dreckige, seit Monaten auf hoher See, enternte und plündernde Piraten - sollte das aber kein Problem sein. Wie ihr die Küchensklaven hinterher entsorgt - pardon - versorgt, ist euer Problem.


Wenn jemand noch beim Kochen helfen möchte, so kann er dies auch auf der AG Schnittchen Mailingliste kundtun:https://service.piratenpartei.de/mailman/listinfo/nrw-ag-schnittchen


*Technik, Technik!*
Der Chefprogrammiersklavenpraktikant der AG Schnittchen empfiehlt allen Besuchern, die ein Laptop zum Landesparteitag mitbringen wollen, eine aktuelle Version ihres Browsers zu installieren, um sein neustes Werk während der Versammlung auch zu ihrem Vorteile nutzen zu können. Er verspricht sich durch die Benutzung seines Werkes nicht nur die Heilung sämtlicher Krankheiten und die Erreichung des Weltfriedens, sondern auch wesentlich informiertere Versammlungsteilnehmer. Ausdrücklich weist er daraufhin, dass es vom Internet Explorer keine aktuelle Versionen gibt, auch wenn der Herrsteller dieses Machwerks dies vorgibt. Gerüchten zu Folge wird der Internet Explorer nichtmal als Browser angesehen sondern als "Womit macht man nochmal Windows Updates?" Tool. Von den Browsern Firefox, Safari, Chrome oder Opera geht hingegen seiner Aussage nach keine Fail-Gefahr aus. ( Lynx wurde nicht getestet, feel free ;) ) Außerdem sollte das Gerät W-LAN-fähig (802.11g und n, für Leute die sich mit Kompjuter auskennen) sein.  Bei fehlerhafter Einrichtung des Computers kann Hilfestellung in Form von Schlägen auf den Hinterkopf durch die AG Technik NRW ( @ag_technik_nrw ) eingefordert werden.


Des Weiteren macht er darauf aufmerksam, dass die Internetverbindung in Korschenbroich so gut funktioniert, wie der Ortsname es bereits vermuten lässt. Wer also eine Möglichkeit besitzt, über UMTS, LTE, GPRS oder Rauchzeichen eine Internetverbindung aufzubauen oder diese sogar weiterzugeben, der sollte die dafür notwendige Hardware bitte unbedingt mitbringen. Dafür können wir euch aber im Internen Netz das berühmte "Schnittchen Wiki"(tm) sowie das "Schnittchen Pad"(tm) gegen einen geringen Obulus bereitstellen.


*Schnittchen.TV*
Auch wird diesmal wieder Schnittchen.TV vor Ort sein und unabhängige und Qualitativ hochwertige Berichterstattung vom LPT bieten können. Popcorn ähhh "Ochse am Spieß" ist nicht inklusive. Weitere Informationen findet ihr unter http://www.schnittchen.tv.
Zu dem geplanten Programm zählt u.a. das Räuchern von Katzen auf der Bühne oder als finaler Abschluss die Notsprengung des Vorstandes. (Wir weisen darauf hin das dies auf Grund der Brandschutztechnik ausschließlich im Freien zu geschehen hat!). Zubehör wie Winkefähnchen erhaltet ihr in unserem exklusiven Flamewar-Onlineshop.


* Hotdogs *
Leider konnte uns unser Lieblingsasiate keine Hunde liefern. Deshalb haben wir uns entschlossen, Katzen zu grillen. Wir hoffen das ist für euch kein Problem. Falls doch: Spendet halt mehr Geld, dann können wir neben dem "Ochsen am Spieß" auch andere Leckereien aus Übersee anbieten.


*Kettensägen & Lagerfeuer*
Auf Grund der Sturmschäden beim letzten LPT wollen wir diesmal vorsorgen. Wir bitten euch daher folgende Gegenstände zu suchen und mit zu bringen:
- Kettensägen (wer das Benzin findet meldet sich bitte bei der Maniac Mansion)
- Beile, Äxte
- Sägen
- Seile
- Schutzhandschuhe
- Gasbrenner
- Panzerkettenfahrzeuge
- Bananenkisten
- Zirkuselefanten, unterschiedliche Größe, möglichst nur im Dreierpack
- Tintenfische, gelb, gestreift
- Batteriepacks / USVs


Das Holz werden wir aufschichten und darüber ein Mettspanferkel erhitzen. Wenn wir einen Fahnenmast finden werden wir das Fleisch darauf aufspießen, diesen (mit Hilfe der Elefanten) drehen und mit der Kettensäge von unserem Riesendöner abschneiden (Wahlweise auch vom Elefant)


*Nacktscanner*
Wir haben ein paar alte Nacktscanner bei der Europäischen Union ersteigert (vgl. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,603460,00.html ). Diese werden am Eingang zur Halle aufgestellt. Beachtet bitte das es sich um alte Röntgen-Geräte handelt. Personen mit Herzfehlern wird daher der Zugang zum LPT verwehrt. Unter den Teilnehmer_Innen_Er_Es_?? mit den eindrucksvollsten Körperdetails verlosen wir ein Korsett aus Blei.


*Rent a Emo, get a free Cyakali Capsel*
ORDER TODAY! When you order an Emo at http://emo.suppendomain.de, you will get a Free Cyakali Capsel. And when you use the Coupon Code "AG_Schnittchen" you will get Dark Mate on the LPT for the Price of 0,50€ per tumbler. A Cool offer, huh?
ORDER YOUR EMO TODAY! This is a limited Time offer only.


*NRW Vogonismus*
Das Schnittchen Institut von Prof. Dr. Hans Kekschen (Ergebnisse der Studie waren am 2.3.2010 auf der Mailingliste) hat festgestellt, dass die NRW Piraten von Vogonen unterwandert sind, welche die gesamte Politik auf Landesebene untergraben oder besser: verwalten möchten. Daher wird Doktor Kekschen durch die Reihen gehen und einige Tests durchführen, ob die betreffende Person ein Vogone ist oder nicht. Sollte es zu einem positiven Befund kommen, werden fachgerecht Feueranzünder unter dem Stuhl platziert. Die Untersuchung selbst ist total harmlos und ihr braucht keine Angst vor den Handschellen oder diesem komischen Dingen das aussieht wie ein erregierter Pferde.... [Transmission Lost].


* Schreihend-Im-Kreis-Laufen Event *
Lange ersehnt, jetzt ist es da: In der Mittagspause findet auf dem Pausenhof ein "Schreihend-im-Kreis-laufen" Event statt. Voranmeldungen bitte am Infoschalter der AG Technik NRW.


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"Beware of bugs in the above mail; We have only proved it correct, not tried it"


Herausgeber: Die AG Schnittchen Stiftung im Rahmen des Planetarverbandes der Schnittchen ( http://wiki.piratenpartei.de/Planetar_Schnittchen ) diesen Newsletter im Rahmen der Veranstaltungs-News in regelmäßigen Abständen heraus. Wir sind für nichts belangbar!


Dieser Newsletter ist für den Verbreitungsraum NRW bestimmt. Sollte dieser Newsletter woanders auftauchen, so war das Absicht.


Rechtsbelehrung:
Sollte diese Email nicht an sie gerichtet sein, dann haben sie Pech gehabt. Sie haben ja bis hierhin gelesen.
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Vielen Dank für das Lesen dieser E-Mail. Da wir einen urheberrechtlichen
Anspruch auf den Inhalt haben, überweisen Sie bitte 1 Euro für das lesen
des Textes an den Landesverband NRW, Zweck: "AG Schnittchen NRW /
Verpflegung LPT", Konto 4016 2696 00, BLZ 430 609 67, GLS Bank oder
füttern Sie Hugo unser Geld sammelndes Meerschweinchen auf dem LPT
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AG Schnittchen NRW is a Division of Fliegendes Spagettimonster Inc.
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NRW-Info mailing list
NRW-Info@lists.piratenpartei.de
https://service.piratenpartei.de/mailman/listinfo/nrw-info"

Warum es Tote auf der Loveparade 2010 geben musste...

Von international bis national, sämtliche Medien berichten über die gestrige Tragödie auf der Loveparade, bei der mindestens 19 Menschen ums Leben kamen. Unter den bisher 16 identifizierten Toten soll es auch jeweils einen Niederländer, Australier, Italiener und Chinesen gegeben haben.

Auch ich war gestern auf der Loveparade 2010 in Duisburg unterwegs. Ich werde im folgenden aus meiner persönlichen (auch chronologischen) Sicht erläutern, warum dieses Unglück absehbar war. Die Loveparade 2010 sollte meine erste Loveparade werden. Natürlich hatte ich von Freunden und Bekannten bereits einiges von den vorherigen Veranstaltungen gehört. Wie gut die Veranstaltung in Berlin, und wie schlecht diese beispielsweise in Essen funktioniert hatte. Auch heute sprach ich noch mit einer Freundin, die dieses Jahr nicht mitgefahren war, über die Probleme am Essener Bahnhof vor zwei Jahren. Auch damals stand es wegen der Überfüllung des Bahnhofs kurz vor einer Massenpanik. Dies war unter anderem ein Grund, warum sie nicht mitgefahren war. Bereits letztes Jahr wurde die Loveparade in Bochum wegen Sicherheitsbedenken abgesagt.

Dieses Jahr war ich mit Freunden auf der Loveparade, die größtenteils aus der Veranstaltungsbranche kommen. Teilweise waren sie am Aufbau der Bühnen auf vergangenen Loveparades beteiligt. Ebenfalls hatten sie bereits Erfahrungen mit ähnlichen Großevents. So blieb es nicht aus, dass direkt nach der Ankunft in Duisburg das Thema Organisation zur Sprache kam. Es ist schon bedenklich, wenn einem die mangelhafte Organisation bereits als Laien auffällt. Erst recht werden Probleme aufgedeckt, wenn man mit Profis unterwegs ist.

Wir erreichten den Duisburger Hauptbahnhof nach etwa 1 1/2 Stunden Zugfahrt aus Köln um 14 Uhr. Wir setzen uns nach der Ankunft erst einmal vom Mainstream ab, um in einer Seitenstraße zu frühstücken. Um ca. 15 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Festivalgelände. Einigen war bis dahin gar nicht bewusst, dass die Veranstaltung auf einem in sich geschlossenen Gelände stattfindet. Das Festivalgelände, welches grob geschätzt 300 - 400 Meter breit und 1 1/2 - 2 Kilometer lang war, konnte nur über einen Eingang erreicht werden. Obwohl das Gelände direkt am Bahnhof anfing, lag der Eingang am anderen Ende des Geländes, sodass erst einmal ein relativ langer Fußweg um das Gelände herum nötig war. Bereits auf den 6 Meter breiten Straßen zum Gelände herrschte ein dichtes Gedränge, welches durch eine Flaschenkontrolle ausgelöst wurde. Diese wurde später in den Medien laut Aussage der Polizei auch als Zugangssteuerung genutzt. Komischerweise war zum Zeitpunkt, als ich diese Stelle passierte keine oder kaum Polizei anwesend, die eine Regulierung hätte durchführen können. Fünf Security's des Veranstalters führten recht oberflächlich Taschenkontrollen durch. Wenn man sich vorstellt, dass alle Besucher des Festivals durch dieses Nadelöhr mussten, war der Grund für das Gedränge in den engen Straßen vorher klar. Bis zum besagten Tunnel waren es von dieser Stelle aus noch grob 500 Meter. Der Tunnel selber hatte ebenfalls nochmals eine Länge von 300 Meter. Zum Zeitpunkt, an dem ich durch den Tunnel ging, war dieser im Vergleich zu den Massen, die ich später auf Fotos gesehen habe, noch relativ leer. Irgendwann kam auf der rechten Seite die Rampe zum Vorschein, die wir problemlos begehen konnten. Geradeaus war bereits eine große Menschenmasse versammelt, da die Wegstrecke der Floats direkt am Ende der Rampe vorbeiführte. Um von der Rampe wegzukommen, war es quasi nur möglich, über Hügel an der jeweils rechten und linken Seite hinwegzukrachseln. Diese waren ursprünglich durch Bauzäune versperrt. Bereits als ich auf der linken Seite den Hügel bestieg war der Bauzaun bereits niedergetrampelt. Als ich oben ankam, half ich noch einem jungen Mädchen und einer etwa 50 jährigen Frau den Hügel herabzusteigen, indem ich ihre Hände festhielt, während sie herabschlitterten, um am unteren Ende von einer veranstaltungseigenen Security in Empfang genommen zu werden.

Nach mehreren Stunden Gedränge und Krachseln hatten wir nun das Festivalgelände erreicht. Die Stimmung war nach den bisherigen Erlebnissen des Tages natürlich nicht die Beste und nur bedingt partytauglich. Es vergingen etwa zwei Stunden, bis wir Spaß an der Loveparade gefunden hatten. Nach etwa einer halben Stunde an der Wegstrecke der Floats parallel zu einem großen Gebäude, zu einem Zeitpunkt, an dem die eigentliche Parade laut Zeitplan bereits lange vorbei sein sollte, erfuhren wir von einem anderen Freund, der sich als Berufstwitterer bezeichnet und von der Loveparade wie wild twitterte, dass es im Bereich des Tunnels 10 Tote gegeben hatte. Keiner in unserer Umgebung hatte bisher etwas davon mitbekommen. Es wunderten sich einige nur, dass ein Polizeihubschrauber relativ tief über dem Gelände schwebte. Nachdem wir eine halbe Stunde ratlos herumstanden entschlossen wir uns dazu, das Gelände über die mittlerweile geöffneten Notausgänge parallel zur Autobahn zu verlassen. Dort sahen wir bereits überall Rettungskräfte und einige geparkte Rettungshubschrauber auf der Autobahn. Ebenfalls sahen wir einige in gold-glänzenden Rettungsfolien verpackte Personen, die betroffen im Kreis von bekannten standen. Wir setzten unseren Weg über Feldwege und schmale Treppen weiter fort, um letztendlich wieder auf eine Straße zu gelangen. Auch hier war alles voll von Polizei- und Rettungswagen. Nach dem durchqueren eines Wohngebietes mit Einfamilienhäusern und eines Parks hörten wir, dass der Bahnhof geschlossen sei. Deshalb entschieden wir uns dazu, ersteinmal bei einem in der Nähe befindlichen Griechen zu Essen. Dort sahen wir auch die ersten Fernsehbilder auf N24, die über das Unglück berichteten. Mittlerweile war von 15 Toten die Rede.

Um etwa 22 Uhr erreichten wir den Duisburger Hauptbahnhof und setzen uns in einen Sonderzug nach Köln. Der Zug konnte über eine Stunde nicht abfahren, da in der Zugtoilette ein junges Mädchen kollabiert war. Aus der Toilette selber war kein Lebenszeichen zu hören. Ihr Bruder stand davor und beflehte die anwesenden Polizisten, Notärzte und Bahnbeamte, seine Schwester aus der Toilette herauszuholen, bis dieser von der Toilette weggezogen wurde. Über 1 1/2 Stunden versuchten nun Polizisten die Tür aufzubrechen. Das Schloss ließ sich anscheinend von außen nicht mehr öffnen. Ein Anlauf mit Sprung gegen die Tür war ebenfalls nicht möglich, da der Gang eine breite von weniger als einem Meter hatte. Die Polizisten versuchten es mit Tritten, Schlagstöcken und Brecheisen. Nichts half, da die Plastiktür die Tritte sehr leicht abfedern konnte. Auch hatte die Toilette kein Fenster, welches man hätte einschlagen können. Eine Axt ließ sich anscheinend auf dem gesamten Bahnhof nicht auftreiben. Die alarmierte Feuerwehr traf in der Zeit, in der ich mich in dem Zug befunden hatte ebenfalls nicht ein.

Um etwa halb 1 Uhr entschieden wir uns, einen anderen Zug nach Düsseldorf zu nehmen. Nach einer halben Stunde Wartezeit in der Landeshauptstadt konnten wir unsere Fahrt nach Köln um halb 2 Uhr fortsetzen. Um 2 Uhr in der Nacht erreichten wir nach einem 14 stündigen Tag, an dem wir eine halbe Stunde entspannt feiern konnten unseren Ausgangspunkt Köln Hauptbahnhof.

Insgesamt muss man sagen, dass es absehbar war, dass solche Massen für Duisburg nicht geeignet waren. Unverständlich ist auch, warum ein Gelände gewählt wurde, dass nur für 350.000 Menschen zugelassen ist. Bereits vor zwei Jahren waren 1,8 Millionen Besucher auf der Loveparade, wie kann man folgend nur mit dieser geringen Anzahl an Besuchern rechnen? Eine weitere Frage die sich stellt ist, warum nicht ein zweiter Eingang in der Nähe des Bahnhofs eingerichtet gewesen ist. Auch muss man sich fragen, wieso sich die Menschen so schlecht nach der Rampe auf dem Gelände selber verteilen konnten? Warum war am Ende der Rampe direkt die Zugstrecke der Trucks? Warum waren so wenige Security's an der Zugangsbeschränkung wenige hundert Meter vor dem Tunnel? Warum war die sowieso gesperrte Autobahn, die direkt parallel zum Bahnhof entlang führt kein weiterer Zugang, sondern nur Notausgang? Warum wurden die Bedenken von Feuerwehr und Polizei nicht ernst genommen? Fragen, die jetzt geklärt werden müssen. Ich war jedenfalls bereits auf dem Gelände stinkwütend auf die Veranstalter.

Hier nochmal einige Eindrücke vom Rettungsweg, die ich mit dem iPhone gefilmt habe:

Fotos vom Tunnel und der Rampe:

(download)
Bildquelle: Spiegel Online

Google Maps:

Radiointerview mit MDR Sputnik (Pendant zu Einslive in Mitteildeutschland):

(download)

Ein weiterer Augenzeugenbericht:
http://mein-koeln.blog.de/2010/07/25/loveparade-9036644/ 

Der Text darf zitiert und komplett übernommen werden, solange ich über die Verwendung aufgeklärt werde.